Qualitätskriterien für gute Typografie

Andreas Maxbauer AGD ergreift die Initiative, typografieren Sie die Kriterien!
Typografen haben ein inniges Verhältnis zur Qualität – kaum eine Gelegenheit, bei der wir sie nicht wie einen Schild vor uns hertragen. Viele von uns sehen eine Aufgabe darin, für Professionalität und Qualität in der Typografie einzutreten.
Regeln mit Allgemeingültigkeit
Das Kuriose ist, dass es offenbar keine Definition oder sonstige Übereinkunft gibt, was typografische Qualität ist oder wie man sie erreicht. Um diesem Mangel abzuhelfen, übernahm der Arbeitskreis Hannover des Forums Typografie die Aufgabe, eine Definition für die Kriterien typografischer Qualität zu erstellen. Sie sollen den Mindeststandard beschreiben, ab dem man von einer qualitätsvollen, fachlich versiert ausgeführten Arbeit reden kann. Um Allgemeingültigkeit zu erlangen, folgt der Arbeitskreis in seinem Vorschlag den amtlichen Definitionen, denen zufolge sich Qualität ausschließlich am Nutzen eines Produktes für seinen Kunden festmacht – gestalterische Ambitionen spielen in dieser Methode kaum keine Rolle.
Das Gute an Qualitätskriterien
Es gibt viele Gründe für eine Qualitätsdefinition. Zunächst ist die Qualitätsdefinition für die Identität Typografierender essenziell, weil die Festlegung von Kriterien, allen ernsthaften Typografen einen Rückhalt gibt. Sie stellen klar, dass es bei unserer Arbeit nicht um das sich selbst Verwirklichen geht: Qualitätsdefinitionen helfen, etwaigen Vorwürfen zu begegnen, wir würden nur nach unserem eigenen Geschmack entscheiden. Vielmehr lassen sich Leistungen belegen und nachvollziehbar beurteilen. Auch dem Forderungsdruck einzelner Auftraggeber nach unsachgemäßen Ausführungen würden Reaktionsmöglichkeiten geboten. Weiterhin erleichtert ein Qualitätsprinzip den kompetenten Umgang mit u.U. geschmäcklerischer und stilistischen Prämissen folgender Prominententypografie.
Es geht bei den Qualitätskriterien jedoch nicht um eine Ausführungsverordnung, denn die Definition beschreibt auch den Raum für persönlichen Enthusiasmus, gepaart mit fachlichen Kenntnissen und Fertigkeiten. Nicht zuletzt geht es um eine typografische Kultur, die ein Regelmaß und ein hohes Niveau im Können bedingt.
Die Definitionen nutzen uns allen
Natürlich nutzt diese Definition von Qualität den beruflich-fachlichen Vereinigungen. Zunächst, weil Qualität eine der Leidenschaften von Designern ist und das gemeinsame Streben nach ihr dem kollegialen Brückenschlag dient. Ist die Definition publiziert, können alle Unterstützer in der Öffentlichkeit offensiver für Qualität fechten und den Berufskollegen den Rücken stärken.
Und nun das ebenso blöde wie reale Argument: Wenn wir das nicht machen, macht es jemand anderes, womöglich unter Einflussnahme normfixierter Laien. Machen wir die Qualitätsdefinition hingegen selbst, ist sie die Erste, die Einzige, und von Fachleuten erstellte.
Das Ziel ist eine Annahme und Veröffentlichung der Kriterien – als "Typografisches Manifest“ quasi – durch möglichst viele Fachverbände.
Aufruf zum Typografieren
Spannend wäre es, wenn jede interessierte Fachperson, die Kriterien so typografieren würde wie sie es für angemessen hält. Die so entstehende grafische Vielfalt steht der Fachöffentlichkeit zur Verfügung: Jeder kann sich das Manifest auf seine eigene Internetseite stellen oder von einer der Unterstützer-Websites laden – und den Inhalt sogleich anhand des Layouts überprüfen.
Andreas Maxbauer, AGD Mitglied
und Vorsitzender des Forum Typografie
Die Initiative "Qualitätskriterien für gute Typografie" wird bis heute unterstützt von:
- Allianz deutscher Designer
- Forum Entwerfen
- Deutsche Komitee des Type Directors Club of New York
- BDG
- die Typografische Gesellschaft München hat großes Interesse
Folgen Sie dem Aufruf von Andreas Maxbauer und typografieren Sie die Qualitätskriterien. Dazu einfach die Kriterien als RTF-Dokument hier herunterladen, gestalten und das Ergebnis an Andreas Maxbauer senden.
Andreas Maxbauer
Maxbauer & Maxbauer
Kommunikation und Design
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