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Allianz deutscher Designer (AGD) e. V.

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Steinstraße 3, 38100 Braunschweig, Telefon: +49 (0)531.16757, Telefax: + 49 (0)531.16989, Internet: http://www.agd.de

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Das Online Special

 

Eine 3D-Animation entsteht

Eine Anleitung von Torsten Becker

Die Arbeiten in 3D sind denen einer Filmproduktion sehr ähnlich.  Für Modellbau, Szenenbau, Beleuchtung, acting und Dreharbeiten verwende ich Lightwave von Newtek, für die Postproduktion Aftereffects, Photoshop und einige andere Tools.
Die folgenden Arbeitsschritte finden prinzipiell in dieser Reihenfolge statt, im Produktionsablauf beeinflussen sie sich gegenseitig und werden oft ineinander verzahnt gemeistert.

  • Allem voran geht eine sehr detaillierte Konzeption, um nachträgliche Änderungen von vornherein zu minimieren. 3D-Animationen sind hochkomplexe Gerüst aus einer Vielzahl von verschränkten Parametern im 3D-Programmteil, die danach im Compositing mit den einzelnen errechneten Bildlayern miteinander verschmolzen werden und erst dann das fertige Bild ergeben.
  • In einem meist sehr konkreten Storyboard werden die Kameraeinstellungen und Abläufe skizziert und bilden die Grundlage für effektives Arbeiten.
  • Mit dem Modelliertool des 3D-Programms wird ein räumliches Modell angefertigt, quasi das Set für die Dreharbeiten. Es gibt Datenbanken, aus denen man Templates entnehmen kann. Die verwende ich quasi nie. Die Wünsche der Kunden sind so speziell, dass die Geometrie per Hand angefertigt wird, wobei die spätere Texturierung und Animierbarkeit berücksichtigt wird. Je filigraner das Modell, desto echter wirkt es später. In kleinen Abkantungen und Sicken fangen sich Licht und Schatten.
  • Danach wird das Modell mit Materialien und Farben texturiert: das Mapping. Jede Oberfläche ist anders beschaffen und kann, um einem feinen, realistischen Look möglichst nahe zu kommen, sehr filigran justiert werden. Farbtiefe, Reflexionseigenschaften und Lichtbrechung, Durchsichtigkeit und Struktur sind nur einige Werkzeuge. In verschiedenen Layern entsteht so ein spezielles Set, das über das Objekt gelegt wird.
  • Dann wird das Licht gesetzt. Mit freier Auswahl an Scheinwerfern, Lichtformern und Farbtemperatur wird das Set ausgeleuchtet.
  • Es gibt verschiedene Modelle:
    • Sehr realitätsnah ist das Radiosity. Hier wird reales Strahlenverhalten nachempfunden. Auf ein Mapping auftreffendes Licht wird charakteristisch zurückgeworfen und beleuchtet so die benachbarten Flächen mit. Das sieht sehr echt aus, ist aber entsprechend rechenintensiv.
    • Die alternative und klassische Methode ist das Standardlicht. Diese Lichtquellen erhellen ausschließlich die angeleuchtete Fläche selbst, ohne auf die Nachbarflächen abzustrahlen. Hier ist die virtuose Kunst der 3D-Beleuchtung gefragt. Mit der Verwendung mehrerer sich ergänzender Lampen wird das Verhalten des realen Lichtes imitiert - mit Lichtabfall und Schattenformung, Aufhellern und Negativlicht.
  • Die vorher modellierten Objekte in der Szene werden animiert. Partikelsysteme für die Nachahmung von Rauch, Staub etc sowie Flüssigkeitssimulationen werden eingerichtet und mit virtueller Gravitation, Wind und Kollision gesteuert.
  • Dann wird die Kamera gesetzt und die Handlung gefilmt. Wie im Filmstudio kann über Brennweite, Blende, Tiefenunschärfe und Bewegungsunschärfe der Look des Abgelichteten beeinflusst werden. Wenn eine Kombination mit echtem Filmmaterial gefragt ist, wird das vorher gedrehte Filmmaterial analysiert (Tracking und Matching) und die Kamerafahrt in 3D exakt daraufhin angeglichen. So entspricht sie dem Originalmaterial, die gerechneten Bilder fügen sich ein.
  • Die Szenerie wird am Ende des Prozesses im Rendering berechnet. Durch die Kamera wird alles, was erst in der Bauphase in einem Vorschaumodus für schnelles Arbeiten konfiguriert wurde, jetzt "in Farbe getaucht". Das gesetzte Licht, mit seinen Schatten und seiner Intensität, tritt mit den Materialien in Wechselwirkung und ergibt durch die Kamera Pixel für Pixel das fertige Bild.
  • Damit ist der Film noch nicht fertig. Die Bilder, die aus dem 3D-Programm kommen, sind die Grundlage für das Compositing. Die verschiedenen Bildebenen werden miteinander verbunden, maskiert, retuschiert und mit Effekten versehen, bis der Look stimmt. Ein weites Feld an kreativer Nachbearbeitung kann dem "Rohmaterial" einiges an Verbesserung abgewinnen.
  • Dann wird geschnitten, vertont und ausgespielt. Etwas anders als bei Realfilm ist in 3D nicht so viel Schnittmaterial zum Experimentieren vorhanden.

Die Animation ist fertig.

Torsten Becker