agd|viertel
ein|viertel – Design und Ferne
Leseprobe
Seiten 4 und 5: Öfter mal Handy und Kopf abschalten. Ein Interview mit Ulf Sonntag, Projektleiter »Reiseanalyse« |
Editorial

- Christina Sahr, Chefredakteurin
Denn das Ferne liegt so nah
Wozu ist eigentlich heute noch das Fernweh gut? Reisen ist schlecht für die Ökobilanz, von der Sonne wissen wir längst, dass sie uns nicht so gut tut, wie wir früher immer dachten und Dank google street view können wir auf der halben Welt spazieren gehen, ohne uns auch nur vom Schreibtisch zu rühren.
Im Gegenteil: die Welt kommt zu uns! Moderne Technik macht es möglich, dass wir mit Menschen zusammen arbeiten, die Hunderte oder gar Tausende von Kilometern entfernt sind. Ab Seite 20 stellen wir Ihnen die praktischen Helferlein vor. Mit ihnen können wir uns alle rund um die Uhr und das Jahr in vereintem Fleiß verbinden.
"Gar nicht gut" sagt Ulf Sonntag, Projektleiter "Reiseanalyse": "Schaltet ab und zu mal ab – sowohl das Handy als auch den Kopf."
"Arbeitszeit ist Lebenszeit" sagt Manfred Werner. Und er hat daraus die Konsequenzen gezogen. Der Designer arbeitet da, wo es ihm am besten gefällt: in Dänemark.
28 Kolleginnen und Kollegen waren Ende des letzten Jahres zum Arbeiten im Ausland. Zugegeben, auch Österreicher, Schweizer und ein geborener Franzose gehören zur AGD Kollegenschaft. Doch es bleiben noch viele, die es zum Arbeiten in die Ferne gezogen hat; die Spuren reichen bis nach Australien und China. Die Kolleginnen und Kollegen erzählen uns vom Leben und Arbeiten in anderen Welten, von Schwierigkeiten, Schönheiten und wachsendem Verständnis und davon, wie sich auch der Blick auf die deutsche Heimat durch die Entfernung verändert hat.
Dieser neue, erweiterte Blick ist es, der die Ausgewanderten eint. Und wer es ihnen gleich tun will, bekommt in dieser Ausgabe des agd|viertel neben Tipps von den fernen Kolleginnen und Kollegen auch sorgfältig recherchierte Vorschläge für beliebte Auswanderungsländer und prächtige Hinweise zum Chinesisch Lernen.
Wer lieber hier bleiben und sich mit dem Naheliegenden befassen will, kann ja trotzdem mal neue Blickwinkel erproben und sich fragen: Wie sehe ich eigentlich Deutschland und die Deutschen? Und ist das die Wahrheit? Erstaunliches dazu führen die Bilder von Kirsten Wilmik zu Tage: "The Truth about Germans".
Viel Vergnügen beim Lesen, Reisen und zu Hause bleiben – und wechseln Sie doch mal wieder die Perspektive...
"Ach", sagte die Maus, "die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte. Ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe."
"Du musst nur die Laufrichtung ändern", sagte die Katze und fraß sie.
Franz Kafka
Christina Sahr
Inhalt
Intro
- Seite 04
Öfter mal Handy und Kopf abschalten
Interview mit Ulf Sonntag
Wir sind dann mal weg...
- Seite 06
PArbejdslivet er Levetid
Manfred Werner lebt in Dänemark – und will nicht zurück
- Seite 08
"Man lebt in einem Geflecht von Beziehungen: Guangxi"
Susanne Zippel über Menschen und Regeln in China
- Seite 10
Von Träumen und Hürden
Umfrage zum Leben und Arbeiten im Ausland - Seite 14
"Bis zum Dessert spricht man nicht übers Geschäft."
Jörg Lehmann über Zahlungsmoral, Essen und innere Kreise in Paris
Etwas für das Ferne lernen
- Seite 16
Arbeiten für ausländische Kunden
Steuertipps von Ansgar Müller
- Seite 18
Ich will hier raus!
Was man zum Auswandern wissen muss. Drei Beispiele. - Seite 20
Berufliche Fernbeziehungen
Was die Technik möglich macht - Seite 22
Die Entmystifizierung einer "fernen Sprache"
Chinesisch lernen mit Dagmar Gürtler und Sabine Herke - Seite 24
Edel für Alle
Design für Alle ist im Tourismus ein wichtiges Thema
Die Ferne in uns
- Seite 26
Die erstaunliche Wahrheit über die Deutschen
Kirsten Wilmik betrachtet Vorurteile - Seite 28
Was hinter der Orientierung steckt
Geschichten zu Landkarten von Stefan Josef Bittl - Seite 30
"Eigentlich hätte ich es doch schon lange vorher wissen können"
Egbert Friedl zeigt Flugzeuge und Gefühle
AGD intern
- Seite 32
Das Dutzend, das die Zukunft gestaltet - Seite 34
Max Bollwage AGD: Buchstabengeschichte(n) - Seite 35
Willkommen in der AGD
















