TYPO 2008: Image
Die Typo ist groß
1200 Besucherinnen und Besucher, 60 international bekannte Referenten, 3 Tage im Herzen Berlins – die Typo Berlin 2008 zum Thema „Image“ konnte wieder einmal mit Superlativen aufwarten. Es war die drittgrößte Typo-Konferenz ihrer 13jährigen Geschichte; die Typo ist die bedeutendste Designkonferenz in Europa – behaupten die Veranstalter.
Nicht nur die Zahlen machen einiges her. „Innen drin“ im Berliner Haus der Kulturen der Welt präsentierten namhafte Gestalter wie Stefan Sagmeister und Jonathan Barnbrook ihre Projekte, zeichneten Design-Größen wie Ed Benguiat und Steven Heller Gestaltungs-Geschichte nach und berichteten Kurt Weidemann und Erik Spiekermann über die Dos-and-dont’s in aktueller Designkritik. Die Vorträge von Lang Yiu (Ost trifft West), Alison Jackson (Der Schein trügt) und Fotograf Jim Rakete waren weitere Highlights.
Ein Drittel der Teilnehmer waren Studenten, aus 22 Ländern waren Designer gekommen. Das spricht für Neugier auf Aktuelles und Neues, auf Spaß am Lernen und am Austausch. In den Pausen war die große Haupthalle vor allem am Bücherstand und im Fontshop-Internet-Café gut gefüllt, auch der AGD Stand und vor allem die ausliegenden agd|viertel wurden besichtigt und letztere mitgenommen – das Heft „Kinder und Design“ war der Renner. Auf dem Rasen vor dem Veranstaltungsort lümmelten sich die Kreativen und genossen Pausen wie Wetter.
Die Typo ist groß. Das ist gut und schlecht. Denn für den persönlichen Austausch, für das Kennenlernen neuer Kolleginnen und Kollegen und das pflegen des Netzwerks ist sie fast schon zu groß, zu unpersönlich. Sicher, das Programm ist bombastisch (auch wenn man nicht aus jedem Vortrag wissender herauskommt als man hineingegangen ist; man ist jedoch zumeist amüsiert). Aber setzen sich danach Teilnehmer zusammen, erzählen sich von ihren Projekten, planen vielleicht sogar gemeinsam neue, tauschen sie sich über wirtschaftliche Hürden aus oder sprechen darüber, welche Honorarhöhen in ihrer Region angemessenen erscheinen?
Auch die Vortragenden auf der Typo sind groß – und manchmal scheint es, als ob es nicht nur gut ist, jemanden zu Lebzeiten zur Design-Ikone zu stilisieren. Es sind nicht nur Kurt Weidemann und Erik Spiekerman, die die Bühne extensiv nutzen. Natürlich, auch deshalb strömt das Publikum nach Berlin. Im TYPOtalk, hier konnten die Teilnehmer mit den TYPO-Machern diskutieren, gab es diverse Anregungen. Unter anderem wünschte das TYPO-Publikum „mehr Nachwuchs statt Urgesteinen“ und Querdenker, „die ein Thema von einer ganz anderen Seite betrachten“. Vielleicht werden diese Wünsche bei der nächsten TYPO im Mai 2009 zum Thema „Space“ schon berücksichtigt.
Die AGD auf der TYPO 2008
Schrift ist politisch (und macht Spaß)
Jonathan Barnbrook gab sich keine Mühe, seine Vorlieben zu verbergen. Schon nach wenigen Sätzen gestand er: „Ich liebe die Form von Buchstaben!“ Daher sei er Schriftgestalter geworden. Und zwar ein besonderer.
Wussten Sie, dass die argentinischen Raketen, die im Falklandkrieg gegen die Engländer zum Einsatz kamen, „Exocet“ hießen? Jonathan Barnbrook entwarf einen gleichnamigen Serifen-Font, die Sans-Version trägt den Namen der amerikanischen Abwehrraketen „Patriot“. Ihm gehe es darum, zu provozieren, zu erinnern und Diskussionen anzustoßen. Schriften seien Sprachen, die die Welt beeinflussen, und gerade Designer trügen eine große Verantwortung für die Form der Welt. Ein Beispiel: In den USA begegnete er einer Neonazi-Organisation, die ihren Namenszug mit der Exocet gesetzt hatte. Seitdem denke er darüber nach, wie er in der Lizenzvereinbarung ausschließen könne, dass seine Schriften für menschenverachtende Zwecke eingesetzt werden...
Auch seine Schriftenreihe „Shock & Awe“ setzt ein politisches Statement gegen den Krieg: Die „Shock & Awe Enola Gay“ ist aus der Beschriftung des B-29-Bombers, der 1945 die erste Atombombe auf Hiroshima warf, entstanden. Die „Tomahawk“ wiederum orientiert sich an der Beschriftung der gleichnamigen Cruise Missiles. Er werde oft gefragt, warum seine Typographie so politisch sei. Seine Antwort lautet, dass Schriften schon immer politisch gewesen seien, denn das geschriebene Wort sei eine effektive Form der Propaganda. Seine Gegenfrage an Designer lautet: „Warum bezieht sich deine Arbeit nicht auf die Welt außerhalb des Designs und außerhalb deines Ateliers?“
Wie Jonathan Barnbrook Buchstabenformen entwickelt, zeigte er anhand der Schrift „Mason“, die von Emigre vertrieben wird. Das „A“ leitete er aus einem klassizistischen Kirchenfenster ab, das „M“ hat er sich von der Frontalansicht einer blutsaugenden Mücke abgeschaut und das „N“ habe er aufgrund seiner Ästhetik dem kyrillischen Alphabet entlehnt. Dass „Mason“, die ursprünglich „Manson“ nach dem US-Serienkiller Charles Manson heißen sollte, trotzdem ein einheitliches klassisch-modern-verspieltes Design erhielt, zeigt Jonathan Barnbrooks Typo-Qualität.
Eine Qualität übrigens, die er nicht in maximalen Profit umsetzt. Vierzig Prozent seiner Arbeiten seien freie Entwicklung, die er ohne Auftrag erstelle. Er brauche diesen Freiraum. Es ist auch schwer vorstellbar, dass jemand seinen Piktogramm-Zeichensatz „Olympukes“ (eine Mischung aus Olympia und dem englischen Wort für „sich übergeben“) in Auftrag gegeben hätte: Es gibt ein Piktogramm für bestechliche Schiedsrichter, eines für Sportstadien, die mit Sklavenarbeit errichtet wurden, und ein Symbol für den Treffpunkt der Doper. Es ist britischer Humor, er ist böse, er macht wach und Spaß. Und das Beste: „Olympukes“ kann kostenfrei von der Seite www.virusfonts.com herunter geladen werden.
bb
Der Astronautenphilosoph*
Kurt Weidemann, Jahrgang 1922, AGD Ehrenmitglied, Mitgliedsnummer 6000, gebürtiger Ostpreuße, gelernter Schriftsetzer, Studierter und Lehrender an diversen Hochschulen, fast 10 Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft, über 60 Jahre in freiberuflicher Gestaltung, Erscheinungsgeber unter anderem für Mercedes-Benz, Porsche und die Deutsche Bahn AG – Kurt Weidemann hält es für eine "schöpfungsgeschichtliche Schnapsidee", dass alle rund 6,5 Milliarden Menschen auf Erden verschieden sein müssen. Große Qualitätsunterschiede sein dabei nicht zu vermeiden.
Doch es gibt auch Gemeinsamkeiten. Eine davon: Jeder Mensch ist eine "Kalkülmaschine". Und da in Zeiten der gesättigten Märkte Image ein Ertragsfaktor ist, versucht der Mensch, Image herzustellen. Dazu bedarf es der Kommunikation, doch die ist schwierig: Auf dem Weg vom Gemeinten über das Verstandene bis zum in In-die-Tat-Umgesetzen bleibt eine Menge stecken. Besonders viel, so Kurt Weidemann, bleibt im Internet stecken. Diesem Medium, dass so großen Reichtum besitzt, so gnadenlose Beliebigkeit und Uniformität. "Nicht der liebe Gott weiß alles, sondern Wikipedia." Und es liegt am Einzelnen, ob er das Internet zur Persönlichkeitsbildung nutzt oder sich von ihm daran hindern lässt.
Kurt Weidemann zieht den Händedruck dem Tastendruck vor und gibt seinen Zuhörern folgenden Rat mit auf den Weg: "Halte Dich gerade. Höre gut zu. Habe Mut zu antworten."
cs
*Berufsbezeichnung, die Kurt Weidemann für sich verwendet, wenn er auf Stehpartys angesprochen wird und einem lästigen Small Talk aus dem Weg gehen will.
Schriften – Es kann um Leben und Tod gehen
Schriften sind heikle Objekte: Auf den ersten Blick sehen sie wundervoll aus, doch kann – wer ins Detail geht – einige Überraschungen erleben, die vom Gebrauch dieser und jener Schrift abraten lassen. Thomas Phinney, Mitarbeiter der Adobe Type Group, hat schon so manches gesehen und sagt: Dass Schlimmste, was bei einem Schriftfehler geschehen könne, sei, dass jemand sterbe.
Es ist ein wahrer Fall: Ein türkisches Paar trennt sich und klärt per SMS den Scheidungsprozess. Er stellt eine harmlose Frage, sein Handy zeigt keinen i-Punkt an. Ihr System jedoch versteht die Typographie nicht, der Punkt erscheint und der Sinn der Nachricht wird ein anderer. Da sie glaubt, er habe sie sexuell beleidigt, zeigt sie seine Nachricht ihrer Familie, ein wütender Streit entsteht. Als der Ex-Mann später erscheint, um das Missverständnis aufzuklären, wird er mit einem Messer attackiert. Im Verlauf des Handgemenges stirbt sie. Wenig später bringt er sich in der Untersuchungshaft um.
Die auf dem Handy verwendete Schrift sei für diesen Zweck schlicht nicht fit gewesen, resümiert Thomas Phinney. Vor der Verwendung müsse der Designer ausgiebig prüfen, ob der Font dem Zweck gerecht werden kann. Die gute Nachricht lautet: Die meisten Schriftprobleme provozieren keinen tödlichen Ausgang. Die meisten sind einfach nur ärgerlich.
Der Adobe-Experte nennt Beispiele:
- Zeichen befinden sich in der Zeichensatztabelle am falschen Ort oder sind falsch benannt. Der Effekt: Wechselt man die Schrift werden teilweise ganze Worte unverständlich, Sonderzeichen verschwinden.
- Der Schriftgestalter hat unsauber gearbeitet und überlappende Pfade eingebaut. Der Effekt: Wünscht man eine Outline, erhält man durchgestrichene Zeichen.
- In einer glatten Kante ist versehentlich ein Ankerpunkt zuviel eingebaut; es entsteht ein kleiner Absatz. Der Effekt: Bei Druckqualität fällt der Fehler kaum auf. Jedoch bei niedriger Auflösung kann der kleine Absatz einen ganzen Pixel Unterschied ausmachen, der deutlich ins Auge springt.
- Der Postscriptname ist nicht eindeutig. Was wie ein Anfängerfehler anmutet, unterläuft auch den Großen der Branche. Bei Windows Vista wurden vier Schnitte der „Arial Narrow“ mitgeliefert. Weil alle den gleichen Postscriptnamen besaßen, wurde nur eine angezeigt.
Als Thomas Phinneys Tochter zu früh zur Welt kam, musste der nur 820 Gramm schwere Säugling noch zwei Monate im Krankenhaus versorgt werden. Die Vitalfunktionen wurden per Monitor überwacht. Thomas Phinney staunte nicht schlecht, als er die Schrift wahrnahm, mit der Herzfrequenz und Puls dargestellt wurden: Lauter geschlossene Formen, die mit etwas Abstand vom Gerät kaum mehr zu unterscheiden waren. Sein Fazit: Schriftgestaltung sei eine Kunst – und ein Handwerk zugleich. Nur wer sein Handwerk verstehe, könne eine ästhetisch wertvolle Typo erschaffen, die funktioniert.
bb
"This is not Camilla Parker Bowles" (Wahre Bilder? I)
Zu Anfang des Vortrags sehen wir ein kleines Video: Hunderte, vielleicht Tausende von Menschen verfolgen kreischend und mit Kameras bewaffnet ein Paar, das aussieht wie die Beckhams. Es sind Doppelgänger, und die Menschen wissen das. Sie verfolgen das Paar trotzdem. "Der Schein trügt", heißt der Vortrag der Künstlerin Alison Jackson. Doch die Begeisterung und Hysterie der Fans ist echt. Das ist die Macht des Images.
Alison Jackson begann sich verstärkt für dieses Thema zu interessieren, als nach dem Tod von Prinzessin Diana eine ganze Nation tief und aufrichtig trauerte um einen Menschen, den sie nicht kannte. Von dem sie nur Abbildungen gesehen hatte und zwar ausschließlich solche, die ihr die Medien hatten zeigen wollen. Alison Jackson begann Fotos zum machen, die mit dem Mythos Diana spielten, die Prinzessin mit gestrecktem Mittelfinger zeigten oder dabei, wie sie auf ein Bild ihrer selbst schoss. Besonderes Aufsehen erregte ein Foto, das eines der Gerüchte um ihren Tod aufgriff und Diana, Dodi und ihr gemeinsames Baby als glückliche Familie zu zeigen schien. Alison Jackson hatte ein Tabu gebrochen, wurde beschimpft, verboten – und begehrt von den Medien, denen sie Bilder bieten konnte, die den Paparazzi verwehrt blieben.
Zahlreiche Fotos zu dem Thema "Königliche Familie" erschienen. Die Queen auf dem stillen Örtchen oder dabei, wie sie ihrem Enkel das Tanzen beibringt. Die aktuelle Gattin von Prince Charles, leicht bekleidet, rittlings auf einem Stuhl und mit einem Glas Champagner in der Hand. Und nicht ohne den vorgeschriebenen Hinweis: "This is not Camilla Parker Bowles". Was, wie Alison Jackson findet, die Wirkung eher noch verstärkt.
Die Künstlerin beschränkt sich bei Ihrer Arbeit nicht auf die Royals. Kaum einen Film- oder Popstar hat sie ausgelassen, Politiker sind ein willkommenes Fressen, aber auch sehr heiklen und ernsten Themen wie der Misshandlung von Gefangenen stellt sie sich.
Verblüffung, Erheiterung, Neugierde, Schadenfreude – was löst all diese Gefühle bei uns aus. Warum ist es lustig, einen Mann mit den Zügen von Georg Bush zu sehen, der mit etwas debilem Gesichtsausdruck einen Rubicube in den Händen dreht? Wir wissen, alles ist Fake – doch unsere Gefühle scheren sich nicht darum.
Lügt unsere Wahrnehmung? Hat uns Alison Jackson mit ihren Bildern in Verwirrung gestürzt? Oder sind wir sowieso schon verwirrt?
Das Spiel ist noch nicht auf die Spitze getrieben. Für die Zukunft plant Alison Jackson ein Magazin, in dem sie Stars und Doppelgänger, echte und erfundene Geschichten wild und willkürlich mischt. Sie erhofft sich Spaß und Erkenntnisse: "Mal sehen, ob es den Menschen überhaupt etwas ausmacht."
cs
P.S. Alison Jackson sucht dringend Doppelgänger von Gordon Brown. Bewerbungen bitte an info(at)alisonjackson.com
www.alisonjackson.de
Wie kommt das Auto vor den Gletscher? (Wahre Bilder? II)
Daniel M. Hartz ist Fotograf der alten Schule. Den Wechsel von der analogen zur digitalen Fotografie empfindet er als "krasse Umstellung", die ihm nicht unbedingt Freude macht. Aber "man muss sich damit arrangieren". Einmal im Jahr gönnt er sich ein großes, freies Fotoprojekt, doch neben der traditionellen Fotografie, die in vielen Bereichen, so Hartz, "ewig bleiben" wird, hat er ein neues Feld für sich entdeckt.
Wir alle haben sie schon einmal gesehen. Bilder von blitzenden Limousinen vor herrlichen Landschaften oder atemberaubender Architektur. Es ist einem nicht auf Anhieb klar, wie das Auto in die Gletscherlandschaft oder zwischen die Fassaden gelangen konnte. Die Erklärung: Es ist nie da gewesen. Das Bild ist kein Foto, es ist komplett aus den CAD-Daten des Herstellers errechnet.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Transportkosten entfallen, neue Fahrzeug-Modelle können nicht bei Fotoaufnahmen ausspioniert werden – und der Betrachter bekommt Bilder zu sehen, die es ohne Rendering nicht gegeben hätte. Bilder von Innenräumen, bei denen keine A-Säulen oder Dächer die Sicht und den Lichteinfall behindern. Von Fahrzeugen, die sich ungehindert von den Gesetzen der Physik bewegen.
Damit diese Bilder gut und ästhetisch sind, braucht es das Auge und den Verstand eines erfahrenen Fotografen. Nur dann bilden Hintergrund und Objekt eine stimmige Einheit. Ob wir diese Bilder mögen und ihnen glauben wollen, müssen wir selbst entscheiden.
Noch nie schien Autolack so glänzend.
cs
www.danielhartz.com
"Zwei machen zusammen ein Bild: Einer ist drauf, einer ist drin." (Wahre Bilder? III)

Bart oder kein Bart, das war bei Rudolf Scharping die Frage. Bei Angela Merkel ging es darum, dem dominanten, männlichen Gerhard Schröder ein weiblich-weiches, frisches und zugewandtes Wesen entgegenzustellen. "Girlie", befand so mancher damals beim Anblick der Plakate mit dem Konterfei der späteren Kanzlerin. Der rosige Teint, von Photoshop geschaffen, wurde zu einem Teil der Marke Merkel.
Es ist einfach geworden, Bilder zu verändern, zu manipulieren oder komplett digital herzustellen. Und es ist in vieler Hinsicht problematisch. Jim Rakete befürchtet das faktische Ende der Autorenschaft. Urheber- und Persönlichkeitsrechte sind immer schwerer zu schützen.
Doch das scheint fast das kleinere Übel. Jim Rakete, der schon mit 17 Jahren begann, die Musikszene professionell zu fotografieren – unter anderem Jimi Hendrix, Ray Charles, David Bowie und Mick Jagger –, der in den achtziger Jahren als Musikproduzent arbeitete, der inzwischen zahllose Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Gesellschaft abgelichtet hat, ist so vertraut wie kaum ein anderer mit Gesichtern und dem, was sie erzählen. Es sind authentische Geschichten.
Bei bearbeiteten digitalen Bildern ist das nicht mehr so. Das Image wird wichtiger als der Inhalt, "Marken und Menschen werden banalisiert", "die Bilder werden nicht mehr geglaubt". Schon jetzt sind viele Bilder, die wir im Kopf haben, alte Bilder. Das ist so, weil sie originell und authentisch sind. Heute werden wir umspült von Bilderfluten, sie tropfen von uns ab, ohne Spuren zu hinterlassen; sie sind flüchtig und austauschbar.
"1/8 sec. / Vertraute Fremde" heißt das letzte Projekt von Jim Rakete. Er fotografierte, analog und authentisch wie immer, Persönlichkeiten, die ihm im Laufe seines Lebens wichtig gewesen waren. Die Fotos ergaben eine Ausstellung und ein Buch – und beide waren und sind unglaublich erfolgreich. Jim Rakete war von diesem Erfolg überrascht – bis ihm ein Pendant aus dem Musikbereich einfiel: MTV hatte nach langen Jahren voll aufwändiger Videos auf einmal großen Erfolg mit kleinen Clips von Musikern, die einfach nur Musik machten. Unplugged.
Und so hoffen wir mit Jim Rakete, dass es sie gibt, die Sehnsucht nach dem Wahren und Echten.
cs
www.jimrakete.de









