Designer auf Waldeck – AGD-Jahrestagung 2007
Singing in the Rain: Stimmungshoch trotz Regentief bei den Designern auf Waldeck

- Abschied und Bläsermusik in den Zelten auf der Burgaltane. Fotos von Hans-Jürgen Herrmann
Donnerstag, 27. September, 13:45 Uhr. Der Regen macht eine kleine Pause, und Dr. Aladdin Jokhosha, Vorstandvorsitzender der AGD, begrüßt die Gäste. Gleich zu Beginn gibt es die erste gute Nachricht: Die AGD hat aktuell 3.156 Mitglieder, die Entwicklung in 2007 verlief also ausgesprochen positiv.
Der erste Vortrag gehört dem Kalligrafen Thomas Hoyer – die meisten Anwesenden haben auf Waldeck schon ein von ihm kalligrafiertes Namensschild an ihre Brust geheftet. Thomas Hoyer ist einer der wenigen Spezialisten für Kalligraphie und Type Design in Deutschland, in der klassischen Werbung wird er von Agenturen als Schrift-Experte bei der Entwicklung von Slogans, Logos und Brands hinzugezogen. Auf Waldeck macht er uns anschaulich, wie "die Form die Wirkung des Inhalts bestimmt". Aktuelles Arbeits-Beispiel: die "Ervolksschrift" "Mein RTL", entwickelt aus über 100 Schriftentwürfen. | www.callitype.de
Marie Fenske erzählt uns, was passieren kann, wenn man auf diese Stimme im Bauch hört, die vorlaut "ja" ruft, ohne den Kopf zu fragen. Die Art Direktorin sieht sich auf einmal in der Situation, für die Kreißsaalstation des Klinikums Osnabrück eine Ausstellung zu organisieren – obwohl sie so etwas noch nie gemacht hat. Sie malt die Bilder selbst, viele, viele Schafe, von denen eines in einem Storchennest sitzt. Den Bildern folgt ein Märchenbuch, dem Buch die mehrfache Ausstrahlung von Berichten im Fernsehen, den Fernsehbeiträgen ein Vertrag mit dem Baumhausverlag, und am Ende steht eine ganze Serie mit Puppen, Textilien und Porzellan. "Kontiki und Casablanca - Das Schaf im Storchennest" zeigt nicht nur bei Kindern therapeutische Wirkung, sondern lässt auch die volljährigen Zuhörer im Rittersaal gebannt lauschen. Märchenhaft! Maria Fenskes Appell an die Kolleginnen und Kollegen: "Immer schön ans Fliegen glauben".
Intermezzo: Vorstandsmitglied Jürgen Grothues, der im Vorstand insbesondere für die Website verantwortlich ist, verliest die erfreulichen Zugriffszahlen und bittet die anwesenden Redakteurinnen Christina Sahr und Susanne Thiesbürger auf die Bühne. Der Appell zum Mitmachen und Mitdiskutieren an alle Mitglieder hat augenscheinlich schon gefruchtet: Das Forum war noch nie so belebt.
Der VIDA Award hat fünf Gewinnerinnen
Spannung nach der Sektpause: Bernd Pusnik von VIDA Paper und Dr. Aladdin Jokosha präsentieren die Gewinner des VIDA Design Award. Die wunderschönen Arbeiten und ihre Schöpferinnen (jawohl, es haben ausschließlich Frauen gewonnen!) werden mit Geldpreisen und großem Applaus bedacht.
- Designerin: Miriam Klobes
Agentur: Atelier für Kommunikationsdesign
Kategorie: Bücher
Objekt: Lerne die Schrift des Königs
Preisgeld 4.000 EURO - Designerinnen: Roberta Bergmann / Tonia Wiatowski
Agentur: Tatendrang-Design
Kategorie: Bücher/Gefühl
Objekt: Künstlerinnenkatalog der Gruppe „Usus“
Preisgeld 3.000 EURO - Designerin: Annett Wurm
Agentur: Calli-Graphics
Kategorie: Gefühl
Objekt: irgendwo dazwischen
Preisgeld 1.000 EURO - Designerin: Katrin Schmuck
Kategorie: Geschäftspapiere
Objekt: SUSHI de Luxe
Preisgeld 1.000 EURO - Designerin: Gisela Wilhuhn
Kategorie: Objekt
Objekt: Lessebo - Der Stern
Preisgeld 1.000 EURO
Die Laudatio und die Begründungen der Jury als PDF.
BerndPusnik hat für das nächste Jahr wiederum einen VIDA Award in Aussichtgestellt. Wir bedanken uns schon jetzt sehr herzlich und rufen die Kolleginnen und Kollegen zur regen Teilnahme auf.
Am Abend
Halb acht: Designers Dinner. Halb neun, halb zehn...
... halb elf, halb zwölf. Nun falten sie die kleinen Zehlein, die Rehlein. Der Morgenstern am späten Abend ist uns eine helle Freude! Vielen Dank, Jürgen Sterzenbach und Shinako Kikuchi, für diesen schwarzhumorigen, hochkarätigen Lyrikabend.
Schwingungen und Töne
Bereits am nächsten Morgen um 9:00 Uhr führt uns Sabine Schulz mit ihrem Wahrnehmungstraining zu unserer eigenen Intuition. Eine schöne, erhellende Erfahrung, die Kraft schenkt für diesen und weitere Tage. |www.labor-der-dinge.de
Aufgrund technischer Schwierigkeiten mit etwas Verspätung gibt uns der Fotograf Heiko Preller etwas auf die Ohren. Nun ja, zuerst einmal gewährt er uns Einblick in sein jüngstes bildliches Schaffen und kommt zu dem Fazit: Je mehr er sich auf das Unerwartete einlässt und je näher die Menschen an sich heran, desto besser gefallen ihm selbst die Bilder, und der Spaß an der Arbeit wächst. Doch die hervorragenden, zum Teil sehr berührenden Bilder sind nicht sein aktuelles Anliegen, denn Heiko Preller erforscht zur Zeit am liebsten die Töne. "Man kann schneller und präziser hören als sehen." Und "Musik fördert nachweisbar die Kontemplation und die Leistungsfähigkeit" sind zwei seiner Statements. Und die entscheidende Frage lautet: "Gibt es kollektive Sounds in den Köpfen der Menschen? Assoziieren wir gleiche oder ähnliche Bilder, wenn wir die selben Töne hören?" Um das herauszufinden, hat Heiko Preller die "Hörbar" ins Leben gerufen und gibt den Hörern im Saal gleich zwei Kostproben. Leider verschwinden die akustischen Details unter dem schlossatmosphärischen Grundrauschen; deshalb hier für alle noch einmal die Links zum Hörbaren:
Bitte – sofern vorhanden – Kopfhörer an den Rechner stöpseln, Augen schließen, gut zuhören und die im Kopf entstandenen Filme unter Angabe der Hörbar-Nummer 01 oder 02 an Heiko Preller mailen. | www.heikopreller.de
Auch der Vortrag von Lutz Hackenberg, Vorstandsmitglied, Geschäftsführer und zu Hause an den Rednerpulten in ganz Deutschland, macht den Ton zum Thema. Den Ton, der die Musik macht, den richtigen Ton, in dem man alles sagen kann – während im falschen Ton auch alles falsch ankommt. "Kommunikation ist nicht das, was gemeint ist, sondern dass, was ankommt." Diesen Satz haben wir wohl alle schon einmal gehört, aber beherzigen wir ihn auch? Lutz Hackenberg rät uns zum Perspektivenwechsel: Wie sieht uns der Auftraggeber? Er gibt Tipps für die Präsentation – die persönliche Präsentation der Arbeiten beim Kunden ebenso wie die Präsentation der eigenen Persönlichkeit am Telefon. Und wir merken uns – nicht nur für den Umgang mit Auftraggebern: Es ist gut, sich (wirklich!) für seine Mitmenschen zu interessieren.
Was ich schon immer einmal tun wollte...
Potz Blitz! So heißt die Hauszeitung des Dresdener Traditionslokals SchillerGarten, in dem – wirklich und wahrhaftig – seinerzeit der deutsche Dichterfürst verkehrte. Daniella Fischer und Dörte Gerlach bringen die Zeitung viermal im Jahr heraus, dabei braucht der Zwei-Frau-Betrieb lediglich ein wenig Unterstützung in der Redaktion und bei der Anzeigen-Akquisition. Inhalte sind: das Restaurant selbst, der Stadtteil und Friedrich Schiller; Ausflüge in andere Gebiete sind erlaubt. Das Blatt berichtet konsequent positiv, es will seine Leser anregen und unterhalten. Das Konzept scheint aufzugehen: Potz Blitz erfreut sich großer Beliebtheit, und immer sind die 7.000 Hefte innerhalb kurzer Zeit vergriffen. Die aktuelle Ausgabe gibt es hier als Download | www.potzblitz.2dproject.de
Wie ein roter Faden zieht es sich durch die Tagung: Macht mal etwas, was Ihr noch nie gemacht habt, wenn der Bauch doch "ja" sagt. Es werden großartige Dinge entstehen. Auch Pauline Schimmelpenninck hat auf ihren Bauch gehört und so nach und nach dem "Hotel Ellington" zu seiner kompletten Erscheinung verholfen – vom Namen und Signet bis zu den Teppichen in den endlosen Fluren und zur Garderobe für das Personal. Auch für sie galt es, viel Neuland zu betreten – doch mit dem Mut, der Zeit und zum Teil mit fachkundiger Unterstützung wurde der Schritt immer sicherer. Das traditionsreiche Hotel-Haus in der Westberliner City verfügt über eine denkmalgeschützte Fassade von 185 Metern Länge, war in seinen frühen Jahren Spielort für Louis Armstrong, Ella Fitzgerald und den Namensgeber Duke Ellington, beheimatete in den 80-ern die legendäre Diskothek Dschungel, bevor es im Behördenmief versank und schließlich leer stand. Heute strahlt das "Nürnberger Haus" in einem neuen, sehr eigenen und schönen Glanz, den es auch Pauline Schimmelpenninck zu verdanken hat. | www.schimmelpenninck.de
Designers Dank
In ihrem Epilog dankt Heide Hackenberg den Teilnehmern, den Sponsoren und den Mitarbeitern der Geschäftsstelle, die sich im feuchtkalten Zelt und gegen die Tücken der Technik für das Gelingen der Tagung eingesetzt haben. Wir schließen uns an, möchten aber auch Heide Hackenberg danken: Viele Teilnehmer fanden das Waldeck-Programm in diesem Jahr besonders gelungen.
Später: Die Nacht erweist sich als sehr belebend für die kreativen Köpfe und die dazu gehörigen Beine. Dank DJ Doc herrscht reges Treiben auf der Tanzfläche im Gesindekeller. Und das über Stunden, denn der Note Directors Club betritt die Bühne spät in dieser Nacht. Dann jedoch läuft er zur Hochform auf:
- Joachim Crocoll, Gitarre und Kontakt zum Note Directors Club
- Michael Zimmer, Percussions
- Gisela Sonderhüsken, Tenorsaxophon
- Jochen Langer, Bass
- Christian Bayer; Gast-Schlagzeuger
Besonders umjubelt sind in diesem Jahr die Sänger
- Steffie Böttcher, zum ersten Mal auf Waldeck und
- Saya D., ebenfalls ein Gast. Ihm ist nichts fremd zwischen Rapp und Gospel, und wir möchten beide im nächsten Jahr gerne wieder hören.
Oh Happy Day!
cs
P.S. Interessante und witzige Stimmungsberichte von AGD Kolleginnen und Kollegen lesen Mitglieder im Forum.
Das Treffen der Regionalsprecher
Fotos von Heiko Preller
Im Rittersaal, in den Zelten und im grünen Salon
Fotos von Rainer Menschik
Die kreativen Köpfe der Nacht
Fotos von Annette Liese
Die Schönheit von Schloss Arolsen
Waldecker Stimmungen
Bilder von Doris Vogt
Magie noire
Bilder von Ulrich Oberst
Auf die Köpfe gehalten
Bilder von Karlheinz Pelka












































































